Webdesign aus Berlin
Konzept, Gestaltung, Umsetzung
Entwicklung, Hosting und Support
Robert Agthe über das Web, Technologien, Zukunftsvisionen und den typischen Freelancer und Programmierer Alltag. Übrigens, ich bin käuflich.
Aktuelles geTwitter.
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Oft liest man Tipps oder Tutorials, wie man Wordpress leicht als CMS einsetzen kann. Das ist natürlich möglich und auch im Grunde kein Problem. Ich möchte hier aber ein paar Punkte auflisten, warum das nicht wirklich Ideal ist. Denn im Grunde kann man aus jeder Software irgendwie eine andere bauen.
Wordpress ist weit verbreitet und wird meist als Blog Software eingesetzt. Wie das mit weit verbreiteter offener Software so ist, existieren viele Kenntnisse über die Existenz und Ausnutzbarkeit von Sicherheitslöchern. Daraus resultiert auch eine hohe Update Rate seitens des Herstellers. Man ist also einem höheren Risiko ausgesetzt und bekommt mehr Stress mit Software Updates. Wer also nicht Bloggen möchte, kann einfach ein kleines, gutes CMS nehmen, dass nicht ganz oben auf der Exploid-Abschussliste steht.
Benutzt man Wordpress als CMS bleiben viele Funktionen wie Kommentare, Trackbacks oä. eventuell ungenutzt. Das heisst man benutzt Software die vollgestopft ist mit Features die nicht umbedingt beim Einsatz als CMS benötigt werden. Diese Features sind aber weiterhin über URLs erreichbar, wobei sie hier unnütz ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Gleichzeitig fehlen Funktionen, die evtl. mit Amateur-Programmierer Plug-ins ausgeglichen werden müssen. In vielen CMSystemen existieren mächtige Tools zum bauen von dynamischen Menus. Das sollte man nicht unterschätzen, möchte man komplexe Webseiten mit einem CMS realisieren.
Wordpress ist kein Performance Wunder. Objektorientierten Code sucht man im Quelltext vergebens und selbst eine neu und leere Installation strotzt nicht vor Geschwindigkeit. Installiert man noch mehrere Plugins und hat viele Seitenzugriffe kann der Seitenaufbau schon mal etwas langsamer werden. In der aktuellen Version benötigt Wordpress nach der Installation bei jedem Aufruf der Startseite "21 Datenbank Abfragen"!! Bei eigener Software empfinde ich 3 als schon viel.
Wordpress ist in der aktuellen Version rund 10MB groß (fast nur Quellcode). Möchte man eine Seite realisieren die aus maximal 10 Seiten besteht. Setzt man eine Software mit 10MB ein um 100kb Text zu verwalten. Da kommt die Frage nach dem Sinn. Sieht man auch oft bei Typo3 Seiten die aus +/-10 Seiten bestehen.
Man kann schwer ein CMS empfehlen, da die Einsatzgebiete und Bedürfnisse recht stark variieren können. Folgende sollte man sich aber auf jeden Fall näher anschauen:
Dieser Eintrag wurde von polarity am 21.01. 2010 - 07:37 Uhr verfasst.
Was halten andere von dem Eintrag
tim_bec schrieb 2010-01-21 15:43:53:
Ich stimme dir voll zu. Ich verwalte derzeit für eine Kundin eine Wordpress Installation und könnte jedesmal an die Decke gehen wenn sich dieses Ding bei den einfachsten Dingen scheinbar aufhängt. Überladen, kompliziert und unnötig.
Für mittelgroße Projekte setze ich mittlerweile fast nur noch Typolight ( www.typolight.org) ein welches ich wärmstens empfehlen kann.
Kleine Projekte realisiere ich meistens mit simplen php-includes.
LindnerTobias schrieb 2010-01-22 06:59:39:
Ich glaube es kommt immer darauf an, was mit dem CMS erreicht werden soll. Da es bei Webseiten heute vor allem darum geht von Google ordentlich gefunden zu werden, ist Wordpress durch aus eine gute Wahl, in kaum einem anderen System sind die SEO Einstellungen so leicht und unkompliziert. Das selbe gilt für das Updaten, das kann jeder Dau mit 2 Klicks selbständig übernehmen. Bei anderen CMS wie Drupal oder Jommla ist die nicht so einfach möglich, deshalb ist Wordpress für mich durchaus eine gute Wahl als CMS. Lieber ein System mit vielen kleinen Updates die schnell und einfach zu installieren sind, als ein System mit wenigen Updates die nur umständlich eingearbeitet werden müssen.
sascha_egerer schrieb 2010-01-22 07:15:10:
Warum ist TYPO3 nicht bei den CMS-System für "Mittelgroße bis große Seiten".
polarity schrieb 2010-01-22 14:43:12:
@LindnerTobias: was sind "SEO" Einstellungen?
@sascha_egerer: Typo3 finde ich nicht empfehleneswert.
danielgrycman schrieb 2010-01-23 14:53:24:
Kurze Frage zu modx. Bis zu welchen Seitengröße, bei Verwendung eines Newssystems (sprich Container für alle News) ist der Einsatz von modx sinnvoll? Oder gibt es möglicherweise keine Begrenzung?
polarity schrieb 2010-01-24 15:05:31:
Eine Begrenzung existiert nicht. Es wird nur etwas lahm bei der aktuellen Version (Evolution) ab einer bestimmten Seitengröße, da wohl der komplette Seitenbaum bei jedem Seitenaufruf in den Speicher geladen wird. Auch der Tree im Backend, macht ab einer gewissen Seitenanzahl mehr Probleme als das er hilft. Man kann dann aber auf den Dokumentenmanager zurückgreifen. In der neuen Version (Revolution) existiert das Performance Problem nicht. Ab wieviel Seiten das keinen Sinn mehr macht hängt natürlich vom Server ab aber ich würde so sagen ab 200 Seiten aufwärts.
johnkbx schrieb 2010-03-05 09:33:15:
Ich finde den Artikel durchaus berechtigt, auch, wenn mir der Titel etwas zu ketzerisch ist. Letztlich wurde die Ansage Wordpress sei als CMS ungeeignet durch den Inhalt doch relativiert. Ich bin selbst ein Fan von Wordpress, sehe aber die Argumente dafür, sich die Wahl des CMS gründlich zu überlegen und an die Bedürfnisse anzupassen durchaus ein. Aber eigentlich ist dieser Artikel mehr ein Aufruf gerade dazu (also das Abwägen vorm Aufsetzen eines CMS) und in diesem Zusammenhang finde ich die gegebenen Hinweise – als Grafiker mit bescheidenem IT-Wissen – durchaus brauchbar.
kaiser schrieb 2010-06-04 15:45:29:
Also der Registrierungsprozess hier war nun auch nicht einfach, begleitet von Fehlermeldung. Das als Feedback.
Ich bin über diesen Artikel gestolpert und dachte erst, er wäre sicher schon älter. Fühl ich mich angegriffen, jein, aber wenigstens genötigt Stellung zu beziehen.
Sicherheit: Das ist wohl ein gängiger Open-Source Mangel. Hier kann man Wordpress jedoch zu Gute halten, das vergleichsweise schnell reagiert wird. Ich mein, Du nennst Drupal und Joomla...
Overhead, Plugins, Performance: Gut, wenn man sich an den Laien richtet, der glaubt mit Wordpress eine Lösung gefunden zu haben, dann gebe ich Dir recht. Das gilt vermutlich aber generell. Das eine kann zu wenig, das andere zu viel oder gar viel zu viel. Aus Entwicklersicht sieht es natürlich so aus: Was nicht da ist, baue ich selber, was ich nicht brauche schalte ich ab. Wordpress ist da flexibel genug, ohne das ich am Core rumwerkeln muss. Das führt zu besserer Performance. "Plugins" schreibe ich selber. Und wie der Code aussieht interessiert "da draussen" eh niemanden. Aber ich gebe Dir recht, mitunter könnte es besser sein, aber dann wähle ich ein anderes System, das die Anforderungen besser erfüllt. Aber auch das gilt ja grundsätzlich.
Jetzt sind wir bei Wordpress 3 und es ist gut, die Community ist groß, engagiert und zuverlässig.
Jedes CMS hat seine Schattenseiten. Eins zu empfehlen geht nicht, aber aus dem gleichen Grund kann man eins auch nicht ausdrücklich nicht empfehlen.
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