Webdesign aus Berlin
Konzept, Gestaltung, Umsetzung
Entwicklung, Hosting und Support
Robert Agthe über das Web, Technologien, Zukunftsvisionen und den typischen Freelancer und Programmierer Alltag. Übrigens, ich bin käuflich.
Google hat ja seinerzeit einen Haufen Apps auf den Markt geschmissen und somit eigentlich WebApps Salonfähig gemacht. Docs, GMail, Android, Analytics usw. usf. waren und sind immer noch sehr mächtige und nützliche WebApplikationen. Doch mittlerweile kommen neue Google Apps nicht mehr so recht aus der Hüfte. Wave wird eingestellt, Buzz flaut vor sich hin, FriendConnect nutz niemand, Analytics ist noch beliebt, wird aber auch immer mehr durch andere Echtzeit Statistik Tools wie Piwik ersetzt. Grund zu Fragen: "Was ist da los bei Google?"

Hört sich doof an, da Google ja überwiegend Business Software anbietet und da sollte man meinen, hat Spaß nichts zu suchen. Denke das ist aber einer der Hauptgründe, warum Google Apps nicht mehr so attraktiv sind. Meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Kriterium im Businesssektor. Seien wir ehrlich, Google Apps funktionieren super, sehen aber meist hässlich aus und machen keinen Spaß bei der Benutzung. Gerade Arbeit lässt sich am besten verrichten wenn man Spaß dabei hat und das Interface sexy ist. Seriöse langweilige Office Anwendungen hatten wir in den 90ern genug. Auch was Social Networking angeht, ist eine schlanke und funktionale Ui wichtig. Hier hat Facebook im Gegensatz zu Buzz die besseren Karten.
Google agiert an vielen Stellen gleichzeitig. Während sie hier versuchen den Handymarkt zu erobern, wollen Sie dort die E-Mail revolutionieren. Beides funktioniert nur mittelmässig. Android sieht aus wie Windows Mobile nur ohne Startleiste und Google Wave erinnert an Office Software aus den 90ern.
Das wäre alles nicht so wirklich schlimm, würde die gegenseitige Integration der Dienste nicht hinterherhinken. Da liegt eigentlich die Stärke der Google Apps. Die Dienste würden sich im Nutzwert potenzieren, würden sie alle Nahtlos ineinander greifen. Tun sie aber nicht oder nur teilweise. Und DAS ist wahrscheinlich das funktional größte Problem von allen.
Auch da muss man sagen, vieles machen andere besser. In den Fußstapfen Googles fühlen sich Startups ziemlich wohl. Da die Mehrheit Webbasierte Apps fordert, werden diese auch geliefert. Und viele verstehen es den Usern zu gefallen. Offene Apis, sexy Interfaces und Integration mit den meisten Mobil-Telefonen. Microsoft kann Google eigentlich nicht mehr gefährlich werden, Startups, Facebook und Apple können es aber. Vor Jahren hat man noch Google als Alleinherrscher im Internet gesehen, im Moment stehen die Zeichen aber eher anders. Facebook hat Google unlängst als meistbesuchte Webseite abgelöst.
Alle Google Applikationen bieten irgendwie eine oder mehrere bahnbrechende Ideen, wie das Echtzeit arbeiten in Waves (das jetzt auch in Docs verfügbar ist). Aber alles wirkt noch sehr Roh und nicht konsequent zu Ende gedacht. Wie ein Skizzenboard auf dem man ablesen kann, wie es sein könnte, wenn sie wollten oder wollen würden. Geradezu geschlossen wirken viele Google Apps wenn man bedenkt das sie im Web liegen und wie sie miteinander agieren könnten.
Dieser Eintrag wurde von polarity am 09.08. 2010 - 13:53 Uhr verfasst.
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